Freitag, 20. Dezember 2024

Das Spire Dormitory

 Meine Familie war nun die Magaambya. Alle, die waren, die sind und die sein werden. Wir bauten aufeinander.

Als Zeichen der Zugehörigkeit erhielt jeder ein Band mit einer Perle, unsere war halb blau und halb gelb. Wir waren nun offiziell Initiate und es wurde erwartet, erklärte Lehrer Ooth, dass wir stets das Band trugen, so wie er für uns die Verantwortung tragen würde.

Dies beinhaltete auch den Hinweis, dass wir Blödsinn bitte nur dann anstellen sollten, wenn dabei niemand zu Schaden käme.

Im Spire Dormitory befanden sich unsere Zimmer. Es erhielt seinen Namen von den großen Säulen vor dem Gebäude. Unser heutiger Tag diente des Ankommens und die nächsten Tage dem Kennenlernen des Campus und seiner Strukturen. Morgen früh sollte es los gehen.

Wir nutzen den Weg zum Dormitory, um uns ein wenig zu unterhalten, denn dazu waren wir kaum bis gar nicht gekommen - aus Höflichkeit gegenüber Lehrer Ooth, aber auch aufgrund unserer Aufregung. Raati erwähnte, dass er von hohen Gebäuden springen könne, ohne sich zu verletzen (ein interessanter Kommentar, bedachte man seine bisher schüchtern zurückhaltende Art). Fùzá alberte viel herum, was sich die Tage darauf etwas legen würde, aber mir zunächst zu bedenken gab. Ich nahm mir vor, ihn im Auge zu behalten und mir etwas einfallen zu lassen.

Eine ungeduldige Kommilitonen mit einem Schirm aus Spinnenseide und Grashalmen wartete bereits vor dem Spire auf uns: Esi Janna, eine mwangische Frau, die uns die kommenden Tage viel begleiten würde.

Ein Amuurun names Chizire lag im Türrahmen gelehnt und bot uns eine Mango an. Er erwähnte nebenher, dass er mit Tränken umzugehen wüsste, mit starken Tränken. Mit Hilfe meines Willkommensgeschenks gab ich ihm zu verstehen, dass sein Angebot recht gut klang. Immerhin hob er die Mangoschalen sicher nicht einfach so auf...

Esi erklärte, dass wir in unserem ersten Jahr, dem Perquisit, die Grundlagen der Akademie verinnerlichen würden. Besonders das Helfen unserer Gemeinschaft lag im Mittelpunkt und dazu würden wir die Tage über verschiedene Aufgaben an der Schule und im Ort übernehmen. Dies sei Teil unserer gesamten Laufbahn, jede Woche gab es einen Tag zur Erholung dafür. Esi war für uns zuständig, da dies wohl zu den Aufgaben nach dem 1. Semester gehörte, wie Lehrerin Kuride ihr erklärt hatte. Sie führte uns durch den Gemeinschaftsraum vorbei an einem weiteren Kommilitonen, Ignaci Cantarell (ein Alchimist unseres Dormitorys) und zeigte uns unsere Zimmer sowie die Wege zu den beiden Bädern - eines mit warmen, eines mit kaltem Wasser. In 3 Tagen würde der wöchentlcihe Spieleabend stattfinden, dazu seien wir natürlich ebenfalls eingeladen! Ich war wirklich gespannt, ob man hier die selben Spiele kannte, wie daheim, oder vielleicht mit anderen Regeln? Was würde ich hier neues lernen können, außer, naja, dem offensichtlich akademischen Dingen?!!

Ein unerwarteter Anblick war eine Mitstudentin, die ein Huhn an einem Stock an die Wand hielt, um Ameisen entgegen zu wirken. Sie war so schreckhaft, dass sie schleunigst in ihr Zimmer sauste. Anchorroot war aber eine wirklich angenehme Seele, die wir in den kommenden Tagen noch etwas besser kennen lernen würden (und ich glaube, sie käme gut mit Raati aus). 

Mein neues Zimmer besaß ein Bett, eine Couch, eine Kommode sowie eine Truhe, daneben ein Nachttisch. Wenn ich wollte, hätte ich mir ein Schloss für die Türbesorgen können.

Um unsere Zugehörigkeit zu diesem Dormitory auszuzeichnen, bekamen wir unsere zweite Perle: eine mit dem Bildnis einer Sonne darauf. Und das sollte nicht die letzte sein!

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