Uff... trotz der Feier gestern Abend im Gasthaus hatte ich es rechtzeitig geschafft! Mit einer Vielzahl neuer Studenten wurde ich von einem bunt bekleideten Mann - der sich später als unser Mentor Ooth vorstellen sollte - in Empfang genommen.
Das war auch der Moment, in dem ich das erste Mal meine Kohorte traf: den jungen Mann mit verschmitzem Lächeln, der alles tun wird, um sein Idol zu übertrumpfen; den ehemaligen Straßen-Frosch mit seiner Laute und den nervösen Händen; die Flederdame mit Schild und Streitkolben.
Wir Neulinge wurden in eben diese Kleingruppen aufgeteilt und von je einer Lehrkraft mit Informationen zum Studienbeginn versorgt.
Der junge Mann, der sich als Fùzá vorstellen sollte, nahm die Flederfrau Abyss auf seiner Schulter mit. Wir folgten Lehrer Ooth in sein Studierzimmer. Bei Shelyn, war ich aufgeregt! Der Campus schien viel größer als unser gesamtes Dorf - und das war nur der Teil, den ich zu diesem Zeitpunkt oberirdisch sehen konnte!
Ooths Heim beherbergte ein sympatisches, geordnetes Chaos rund um einen langen Tisch, der extra für uns bereitet war. Und dann begannen auch schon die ersten Prüfungen, noch ehe wir eine Minute gelernt hatten! Kein Wunder, dass Raati, der Straßen-Frosch, so nervös war. Aber er zeigte nur frei nach außen, was wir wohl alle innerlich aushielten.
Zunächst sollten wir eine Kerze entzünden. Ein leichtes! War es doch genau diese, meine Fähigkeit gewesen, die meiner Familie zeigte, dass ich magisch begabt war. Daher lehnte ich mich erstmal schmunzelnd zurück und beobachtete, wie die anderen agieren würden. Fùzá wollte von draußen irgendetwas suchen - ein früher Hinweis auf seine interessanten, queeren Ideen. Raati, der mit vollem Namen Ne'araatiksh heißt, wirkte nervös und entschlossen zugleich eine schöne Illusion einer Flamme. Aber da diese nur halb überzeugen konnte, trotz seiner kreativen Lösungsidee, entzündete ich die Kerze für uns.
Anschließend fragte Ooth, was uns am meisten interessieren würde. Und hier war wieder einer dieser Momente, die ich nicht vergessen werde: Raati mit seinem kleinen Herzchen aus Gold und Ehrlichkeit wünschte sich am meisten Freunde. Das traf mich tief und ich kann euch beim besten Grübeln nicht sagen, was die Antwort der anderen oder von mir selbst auf diese erste Frage war.
Die zweite Aufgabe bestand darin, eine Feder von einem Vogel zu erhalten, ohne sie auszureißen oder dem Tier zu schaden. Der Keks von Abyss war schon mal verlockend, auch Musik machte das Ding neugierig. Allerdings war die Lösung einfacher, denn auf der Fensterbank hatte sich eine kleine Feder verfangen und diese reichten wir als Lösung ein.
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| Erster kritischer Würfelwurf der Kampagne! :D |
Um die dritte Aufgabe zu lösen, beschäftigten sich vor allem Abyss und Fùzá mit einer garundischen Schaufelnatter, um ihr ein Geheimnis zu entlockten und erklärten schließlich, dass sie einen Stachel besaß und kein drakonisch sprach. Ich nahm mir vor, im Laufe der nächsten Tage heraus zu finden, was Ooth uns eigentlich entdecken lassen wollte, doch da wusste ich noch nichts von all den Herausforderungen, die auf uns warteten. Daher hab ich es bis heute noch nicht geschafft, mich wieder mit dieser Schlangenart zu beschäftigen...
Auf die Frage, wie wir bisher unser Umfeld unterstützt haben, folgte ein weiterer Moment, in dem ich mir sicher war, Raati gut im Auge behalten zu wollen, denn nun verriet er uns, dass er allein auf der Straße durchkommen musste. Und wo niemand anderes war, da konnte auch niemand unterstützt werden. Wie hat er es bloß geschafft, dennoch so eine feine Seele zu behalten?!
Mit einem Balsam beruhigte er anschließend einen Knochen und nahm scheinbar eine unerwartete Abkürzung in der vorletzten Aufgabenstellung an unsere Gruppe.
Tja. Die Lehrerschaft der Magaambya hat es wirklich gut raus, ihre neuen Studenten auf die unterschiedlichen Gegebenheiten und Herausforderungen der Akademie und des Studiums vorzubereiten. Auf eine Aufgabe folgte eine persönliche Frage, worauf wieder eine rätselhafte Aufgabe folgte...
Es ist wirklich nicht einfach, zu beschreiben, was mich zur Magaambya geführt hat. Im Kern war es nicht mein persönlicher Entschluss gewesen, mich hier zu bewerben. Ich habe es aber schließlich zu meiner persönlichen Sache gemacht, um meiner Familie und unserem Volk zu dienen. Ich wollte nur hier her, weil es so vorgesehen war. Jährlich bewarb sich die vielversprechenste Uomoto um eine Aufnahme mit Unterstützung ihres jeweiligen Dorfes. Bisher waren unsere Aufnahmen rar und es war für jeden in Ordnung, so wollten die Götter doch dann etwas anderes mit uns anfangen und es gab ja auch viele Wege, unsere Gaben daheim weiter zu bilden. Und dann kam plötzlich der Brief und alles ging zügig und hier saß ich nun und... ja. Ich wusste nicht, was eigentlich mein eigenes Ziel war.
Ich kam zum Glück um eine Antwort herum. Fùzá, im Besitz einer scheinbar wichtigen Schriftrolle, die er nun hervor kramte, wollte seinen Meister übertrumpfen. Raati wollte leben. Abyss suchte nach Wissen über ihre Fähigkeiten, die ihrem Volk, den Sprite, gegeben waren. Und ich? Ich diente 'nur' meinem Volk, indem ich tat, was sie von mir verlangten und hier studieren ging. Das klang dann doch irgendwie sehr nichtssagend.
Für kurze Ablenkung sorgten Fùzá und Raati, indem sie die letzte Aufgabe gemeinsam angingen, einen Stein zum tanzen zu bringen. Ich stieg sogar mit meiner Bongo ein und Abyss tanzte auf dem Tisch! Wir wollten in Zukunft öfter gemeinsam spielen und niamini mimi (glaubt mir), das würden wir auch tun! ;)
Als Willkommensgeschenk erhielten wir ein kleines, magisches Symbol, das wir intuitiv wählen wollten und mit dem ein feiner Zaubertrick gekoppelt war. Raati und ich wählten einen Mund, mit dem wir uns über die Entfernung mit anderen unterhalten konnten. Abyss entschied sich für eine Sanduhr und Fùzá für eine Kerze. Ich bin mir nicht sicher, was damit verknüpft war. Mal sehen, wann ich das erfahre...
Bevor wir Lehrer Ooth seinem Alltag überließen, setzte er nochmal eins oben drauf und wollte wissen, was aus mir, Mjuvi, mich machte (und aus den anderen die anderen). Erst wollte ich erzählen, dass ich gern träume, den Geschichten anderen lausche und mich hineinfühlen kann, so als wäre ich dabei gewesen, als wären ihre Erinnerungen die meinen und ich alles so sehen konnte, als würde es im Hier und Jetzt geschehen, mit mir mitten drin! Aber ich kehrte gedanklich schnell zu meinem Problem zurück, dass ich oft nur agierte, wie es von mir erwartet wurde. Immherin hatte ich das vergangene halbe Jahr nichts anderes getan, als die Aufnahme an der Magaambya zu erhalten, mich vorzubereiten und hier her zu reisen, genau so, wie es für mich angedacht war!
Hier war kein Dorf mehr. Die Magaambya war nun mein Zuhause. Meine Kohorte meine Familie. Und wer war eigentlich diese Mjuvi, Tochter der Shuri und des Mbaku, aus Uomoto, nahe den Ruinen von Kho? Das, so beschloss ich, galt es herauszufinden!


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